Und die Wochen vergehen…

… und wieder ist eine Woche vergangen, seit ich meinen letzten Beitrag hier eingestellt habe. Die nächste Frage lautet folglich: wo bleibt ein neuer Beitrag? Also ein richtiger? Nicht dieses gedankenlose Geschwafel? Um ehrlich zu sein: ich weiß es auch nicht. Nicht, dass ich keine Themen hätte. Nach unseren Intermezzo am Gardasee waren wir noch in Bozen, ganz zu Beginn unserer Reise übrigens in Lugano, was ich noch gar nicht erwähnt hatte. Außerdem steht noch mindestens ein Kakao-Beitrag aus. Keine Sorge, es werden noch mehr kommen, aber dieser Beitrag ist längst fällig.

Zusätzlich kommt noch etwas dazu, zwei weitere Serien mit Themenschwerpunkten. Bei der einen geht es wieder um Getränke, wenn auch alkoholischer Natur. Es wird aber keine Weinkolumne und auch nichts mit Whisk(e)y. Also nicht das übliche, was man aktuell gerne mit “Gutem Leben” und “Stil” und so weiter verbindet.
Beim anderen geht es um Musik. Klassik? Jazz? Rock oder Pop? Nö. Eventuell auch mal. Aber mein Schwerpunkt liegt woanders.

Ich bin also nicht faul. Zumindest nicht im Geiste und bei dem, was ich vorhabe. Aktuell laboriere ich ein wenig an einer üblen Erkältung herum, ein Souvenir aus Italien. Damit wäre zumindest der Schuldige für meine aktuelle Schreibschwäche gefunden. Und überhaupt.

So fehlt eigentlich nur die Frage: wenn es hier um Lebenskunst geht, warum gibt es dann so wenig über Essen? Einfache Antwort: weil ich dazu im Moment einfach nicht die Zeit habe. Vielleicht, wenn diverse Dinge im Hintergrund erledigt sind, dann kommt das noch.
Und Literatur? Was ist damit? Antwort: das gleiche wie beim Essen. Übrigens, falls es jemanden interessiert: ich lese derzeit “Nimm das Ding da weg!” von Kyril Bonfiglioli. Ein Kriminalroman. Allerdings einer komplett ohne moralischen Überbau. Also genau das, was mir gefällt. Kann ich empfehlen.

Bis zum nächsten richtigen Artikel: nutzt die Zeit und räumt mal wieder ein wenig bei Euch auf – auch das schafft Lebensqualität!

Balkon in Lugano / Schweiz

Verona – wo die Sonne wieder scheint

Gardasee bei trüben Wetter

…so kann es einem gehen: man ist am Gardasee, der Himmel ist grau und der See selber eine trübe Suppe. Man überlegt also: was machen wir?

Tiramisu-Torte und heiße Schokolade

Man könnte sich in ein Cafe setzen, eine heiße Schokolade und einen Espresso mit Schuß zu sich nehmen und dabei etwas Tiramisu-Torte die Kehle hinuntergleiten lassen. So richtig befriedigt einen das aber nicht. Sirmione ist klein, die Torte bald alle und dann steht man wieder draußen umgeben von hergekarrten Schülern, die sich die Burg angucken sollen.

Leben am Fluss

Also setzt man sich ins Auto und fährt nach Verona. Die Stadt ist größer und schöner, das Wetter besser. Zwar wird man auch hier von Schulklassen umgerannt. Aber man kann ihnen eher aus dem Weg gehen.

Schöne Gassen in Verona

Man geht durch die Gassen mit den schönen Fassaden, blickt auf den Marmor, betrachtet die Auslagen in den Geschäften…

Die Arena von Verona

… staunt über die Kultur…

Straßenkunst einmal anders

… und das ein oder andere veronesische Kleinod…

Eis in Verona

… kauft sich ein leckeres Eis…

Brunnen auf dem Piazza delle Erbe

… und setzt sich auf eine Bank auf dem Piazza delle Erbe. Wenn man dann noch die eine oder andere nette Kaufgelegenheit hat wahrnehmen können, vergißt man das schlechte Wetter, das anderswo herrscht.

Leben am Fluss

So eine Hütte am Fluss – wer wollte da schon wieder weg?

Wenn die Sonne scheint am Gardasee…

…ja, wenn die Sonne scheint, dann sind sie alle da und stürmen Sirmione:

Die Latschenträger sind da!
Diejenigen, die Luft und Sonne an ihren Füssen brauchen!

Die Funktionsjackenträger sind da!
Diejenigen, die für alle Lebenslagen ausgerüstet sind – egal, ob sie in die Stadt gehen oder auf den Berg.

Und die Eiligen sind auch immer vor Ort!
Manche haben es dringend eilig, könnten etwas verpassen.

Babour und Cord
Zum Glück gibt es einige, die lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.

Palmsonntag am Comer See

Für mich stellte sich eigentlich nicht die Frage, ob ich Dinge aus meinen Urlauben in diesem Blog verarbeiten soll. Ich war mir nur nicht sicher über den Zeitpunkt. Soll ich es direkt auf dem Urlaub heraus machen? Dank Digitalkamera, Notebook und WLAN in den Hotels technisch kein Problem. Aber ist es nicht besser, das erst im Nachgang zu machen? Wenn man wieder sicher in die heimische Hütte zurückgekehrt ist, die Selbstschussanlagen deaktiviert und die Fallgruben ordentlich verriegelt wurden?

Klüger wäre das, sagt der dauerbesorgte Herr Kaiser aus der Werbung. Das Böse lauert immer und überall. Auf der anderen Seite leben manche Momente auch von ihrer Spontanität und können nicht erst im Nachgang berichtet werden. Dann sind sie nämlich langweilig.

So ist es auch im Leben und in der Kunst, eben dieses Leben zu meistern. Wer immer nur auf der sicheren Seite stehen will, keine Risiken eingehen möchte und für alles eine Versicherung braucht, der dürfte nur mit der Verwaltung eben dieser Lebensspanne beschäftigt sein.

Was also tun? Wie man es angehen kann sahen wir letzten Sonntag am Comer See:

Palmsonntag in Italien
Man kann in der Kirche geistigen Beistand suchen.

Rennradfahrer am Comer See
Man kann den Kampf gegen den Berg aufnehmen.

Bellagio / Comer See
Oder man fährt nach Bellagio, freut sich über den gefundenen Parkplatz, über einen freien Tisch im Sonnenschein und nimmt ein Mittagessen zu sich.

Es soll auch Menschen geben, die machen alles drei zusammen. Aber ehrlich: man soll es auch nicht übertreiben.

Kakao – ein Selbstversuch (Teil 3) – French Vanilla

“Wann kommt endlich Swiss Miss Kakao in Deiner Serie?” Ja ja, ist ja schon gut. Hätte nicht gedacht, dass Kakaotrinker so drängeln können. Dabei ist es doch gerade das Schöne am Kakao, dass er aufgrund seines Aromas, seiner Milde und seiner Konsistenz eher zum Innehalten anregt als Kaffee, der bei vielen ja zum Aufputschmittel verkommen ist (“ich brauch mein Kaffö, sonst bin ich kein Mensch”) und eigentlich nicht wirklich genossen wird. Oder noch besser: Leute, die ihren Kaffee aus einem Pappbecher mit so einem winzigen Schlitz im Deckel trinken. Da ist der Schritt zum Wein aus Tetrapacks nicht mehr weit.

Nun denn, in diesem Beitrag geht es um Kakaos mit der Geschmacksvariante “French Vanilla” im Allgemeinen und um “Swiss Miss” im Speziellen. Kakaos mit Geschmack? In der Tat, es gibt zahlreiche Kakaos, die nicht nur nach Kakao schmecken, sondern mit Geschmacksnoten versehen sind. Der typische “Kakao aus dem Supermarkt” Trinker kennt das vielleicht nicht, denn da werden in der Regel ja nur 2-3 Sorten angeboten und die schmecken eben nur nach Kakao. “Mit Geschmack” kennen höchstens die Supermarkt-Eltern, die ihren Kindern “Kaba” kaufen. Das wird – neben Kakao – in den Geschmacksrichtungen “Vanille”, “Erdbeer”, “Himbeer” und “Banane” angeboten – ist dann nur leider gar kein Kakao, sondern einfach nur ein süßes Pulver mit Geschmack. Von dem es sogar mal eine Geschmacksversion “Waldmeister” gab, an die sich wahrscheinlich niemand mehr erinnert. Oder erinnern möchte.

Nichtsdestotrotz findet man zahlreiche Kakaos, die mit unterschiedlichen Zusatzgeschmäckern angeboten werden. Das geht los bei “Dunklem Kakao” über Nougat, Chili bis hin zur Zimt- und Mohnbeimischung. Allerdings weniger in Supermärkten, sondern in gut sortierten Schokoladengeschäften oder Online-Shops. Da ich mich in meiner Kakao-Serie aber immer noch auf dem Supermarkt-Niveau bewege, muss der geneigte Leser noch ein wenig warten, bis wir zu den “netten Sachen” kommen. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit “Swiss Miss”. Kennen Sie nicht? Kein Wunder, man findet es auch nicht so häufig in deutschen Supermärkten. Wenn, dann bei denen mit einer “American Corner”, wo man Produkte aus den USA findet. Und genau da findet man denn auch “Swiss Miss”, ein Produkt des Konzerns “ConAgra Foods”, der zahlreiche Lebensmittel-Produktserien in den USA vertreibt, die aber hier in Deutschland mehr oder weniger unbekannt sind.

Aus der Serie “Swiss Miss” gibt es verschiedene Arten und wohl sogar Pudding, den ich bislang aber noch nicht kennengelernt habe. Beim Kakao kann man grob “Milchschokolade”, “Dunkle Schokolade”, “French Vanilla” und “Marshmellows” unterscheiden. Daneben gibt es dann noch ungesüßte Varianten und mit Kalzium versetzte. Wer es braucht…
Ich konzentriere mich hier auf die Geschmacksvariante “French Vanilla”, weil ich den Geschmack von Vanille liebe. Zu “Marshmellows” sei nur angemerkt: wer neben seinem Kakao auch noch kleine weiche Dinger im Mund haben möchte, bitte sehr. Ich brauche das nicht unbedingt.

Damit der Test aber nicht ganz so einseitig wird, kam noch ein Konkurrenzprodukt dazu, was man ebenfalls nicht regulär in deutschen Supermärkten findet. Es handelt sich dabei um den Tütenkakao “Bellagio French Vanilla” der US-amerikanischen Firma “Caffe D’Amore”. Diesen findet man in der Regel nur in speziellen Einzelhandelsgeschäften. In Frankfurt kann man ihn in der Fressgass kaufen, bei Interesse einfach Email an mich.

Bellagio French Vanilla

Was ist eigentlich “French Vanilla”? Zur Vanille nur ein paar Kurzinfos: es gibt mehr als 100 Vanillearten, von der aber nur 15 Arten Kapseln mit Aroma ausbilden. Die wichtigsten drei sind Gewürzvanille (auch Bourbon-Vanille oder mexikanische Vanille genannt), Tahiti-Vanille und Guadeloupe-Vanille. Im Bereich der Lebensmittel spielt dabei die Gewürzvanille die mit Abstand größte Rolle.
“French Vanilla” ist somit keine Vanille-Sorte. Es ist die Bezeichnung für eine spezielle Art der Vanille-Zubereitung. Der Unterschied zur normalen Vanille-Zubereitung (z.B. im Bereich der Süßspeisen und Eis) ist, dass bei der “French Vanilla” noch Eigelb bzw. “Englische Creme” (Eigelb-Zucker-Milch) dazugeben wird. Deshalb schmeckt “French Vanilla” auch reichhalter und voller, obwohl beides auf der gleichen Vanilleart basiert.

Kommen wir nun zum Test. Teststellung 1 behandelt nur das Produkt “Swiss Miss French Vanilla”. Auf der Verpackung steht nämlich, dass man das Pulver mit 6 oz. Wasser oder Milch zubereiten soll. Heißt für den Selbstversuch: 2 Tassen holen und 2 Kakaobeutel aufreißen. 6 oz. sind umgerechnet ca. 177 ml Flüssigkeit, also nehmen wir den Meßbecher zur Hand und füllen eine Tasse mit 180 ml heißem Wasser und die andere mit 180 ml heißer Milch.

Auf dem ersten Blick ist kaum ein Unterschied auszumachen. Bei beiden Varianten bildet sich eine ordentliche Schaumoberfläche im gleichen Farbton. Geschmacklich merkt man dann aber schon einen Unterschied: das Pulver hat eine recht helle Farbe, es ist also ordentlich Milchpulver (und wahrscheinlich Zucker) enthalten. Dadurch schmeckt die Variante mit Wasser süß, aber noch nicht zu süß. Bei der Milch hingegen ist das ganze dann schon grenzwertig süß, eigentlich schon zuviel des Guten. Den Unterschied sieht man auch, wenn man die Schaumkrone wegtrinkt: die Variante mit Wasser (in der rechten Tasse) ist deutlich dunkler. Daher meine Empfehlung: mit Wasser anrühren. Was mir beim Produkt “Schocofix” zu bitter wurde, ist hier genau meine Variante der Wahl.

Um den Geschmack zu beurteilen greife ich dann zur Teststellung 2: hierbei treten “Swiss Miss French Vanilla” und “Bellagio French Vanille” gegeneinander an. Beides US-Produkte, beide rühre ich mit 6 oz. heißem Wasser an. Beim Farbton des Pulvers kann man bereits einen Unterschied sehen und das wirkt sich dann auch auf den Kakao aus: “Bellagio French Vanilla” (links in der gelben Tasse) ist dunkler und nicht ganz so süß, für Kaffeetrinker aber wahrscheinlich immer noch eine Zuckerbombe. Was den eigentlichen Geschmack angeht, so unterscheiden sich beide Kakaos schon voneinander. Man merkt aber beiden Kakaos an, dass sie Industrieprodukte sind und letzlich ihren Geschmack aus künstlichen Aromastoffen beziehen. Entsprechend lesen sich auch die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen. Einen Geschmack, der in Richtung Vanille geht, findet man bei beiden. Das drumherum ist aber unterschiedlich.

Bellagio French Vanilla gegen Swiss Miss French Vanilla

Das Interessante: als ich beide Kakaos abwechselnd getestet habe, schienen sich die Aromen gegenseitig zu beeinflussen, denn so richtig mochte ich beim Test keinen von den beiden Kakaos, obwohl ich sie ja vorab schon kannte und da als “gar nicht so schlecht” beurteilt habe. Vielleicht ist es die konzentrierte Süße beider Sorten zusammen getestet, die ein “zuviel” produziert hat. Unabhängig von diesem Test muss ich sagen, dass ich beide Kakaosorten eher in das Fach “Ab und zu” packen würde. Es trifft sich daher schon gut, dass beide Produkte in Deutschland in Einzelbeuteln verkauft werden und man nicht eine große Verpackung aufmachen muss. Täglich einen “French Vanilla” – das wäre wie täglich einen Wein aus dem Tetrapack ;-)

Es gibt sie noch…

… die guten Handwerker. Ich war vor einiger Zeit auf der Suche nach einem guten Schuhmacher in Frankfurt und bekam einen Tip, der glücklicherweise recht nah an meiner Arbeitsstelle liegt. Natürlich habe ich ihn ausprobiert und war mit dem Ergebnis zufrieden – nicht nur die Arbeit war gut, auch die Freundlichkeit des Personals macht Spaß. Wenn man den Eindruck hat, jemand hat Freude an seiner Arbeit und ist nicht nur da, weil er das Geld braucht – dann kommt man auch gerne wieder.

Besonders nett ist es, wenn eine kleine Arbeit an den Schuhen noch kurz vor dem Wochenende in Anwesenheit des Kunden erledigt wird – und nicht mal in Rechnung gestellt wird. Das hebt die Freude beim Kunden und der Schuhmacher kann davon ausgehen, dass der Kunde wiederkommt. Man nennt das Service – etwas, was man sonst in Deutschland nicht mehr so häufig findet.

Immer wenn er Hot Pot aß…

Kochkunst = Eine ebenso angenehme wie heimtückische Methode, Muskelfleisch in Bauchspeck zu verwandeln.
Helmar Nahr

Viele Deutsche gehen gerne in China-Restaurants zum Essen. Das traurige daran ist allerdings, dass die meisten ihrer Art mehr oder weniger die gleichen Speisen anbieten. Diese unterscheiden sich zwar – je nach Herkunft des Kochs – leicht voneinander. Und ab und zu findet man auch einzelne Speisen, die nicht so verbreitet sind und die dann als “Spezialität des Hauses” angeboten werden. Aber prinzipiell gibt es doch überall eine sehr ähnliches Speisekarte. Was daran traurig ist? Die Volksrepublik China ist flächenmäßig der 4. größte Staat der Erde, ist knapp vor Indien das bevölkerungsreichste Land und kann auf eine 3.500 Jahre alte Kulturgeschichte zurückblicken. Da kann man sich vorstellen, dass die Speisekarte deutlich länger sein müßte als das, was in unseren Restaurants angeboten wird. Dazu kommen noch diverse anderen Abwandlungen, die den meisten Restaurant-Besuchern gar nicht so auffallen dürften:
a) viele Speisen sind von ihrer Zubereitung her dem europäischen Geschmack angepasst. Zu wird beispielsweise in der Provinz Sichuan sehr gerne scharf gegessen, was vielen Europäern wahrscheinlich viel zu scharf wäre,
b) das gleiche gilt für die Verwendung von bestimmten Gewürzen, Gemüse und Tieren, die man hier nie auf Speisekarten bzw. in Verwendung finden wird. Sei es, weil der Import viel zu teuer wäre, sei es, weil es einfach nicht den Geschmack der Menschen hier treffen würde. Teilweise werden dafür hier andere Dinge in die Gerichte eingebaut, wie z.B. die fast überall präsente Paprika oder Mini-Maiskolben,
c) in China und Taiwan enthalten zahlreiche Gerichte mehr Knochen und Gräten, während bei uns nur noch Filets genutzt werden,
d) und letztlich noch eine Einschränkung, für die aber die China-Restaurants nichts können: aufgrund der Größe des Landes gibt es auch in China keine durchgängig einheitliche Küche und somit auch nicht unbedingt eine Einheitlichkeit bei Gerichten. So kann beispielsweise der Klassiker “Schweinefleich Süß-Sauer” in jeder Region ein wenig anders schmecken, in manchen Gebieten kennt man es gar nicht. Bereits in Deutschland kennen wir solche Unterschiede und sind vielleicht sogar ein wenig genervt, wenn ein angeblich typisch deutsches Restaurant im Ausland (sollten wir es mal besuchen) lediglich süddeutsche Gerichte führt. Wie soll ein China-Restaurant da eine repräsentative Vielfalt bieten?

Ein wenig gemischtes Essen vom Buffet

Zum Glück für uns, die gerne essen, gibt es aber immer wieder Restaurants, die mehr bieten als die Standardauswahl. In letzter Zeit haben sich neben dem sog. “Mongolischen Grill” (man stellt sich das rohe Essen von einem Buffet auf einem Teller zusammen, übergießt es mit einer Sosse nach Wahl und gibt es einem Mitarbeiter, der es dann für einen auf einem sehr großen Grill brät) auch das eine oder andere Restaurant am “Hot Pot” (chin. 火鍋) versucht. In Frankfurt gibt es ein paar, die das anbieten. Früher gab es zwei Favoriten auf unserer Liste, die wir abwechselnd aufsuchten. Leider hat sich das eine Restaurant durch diverse Änderungen selber von unserer Liste gestrichen.

Was aber ist “Hot Pot”? Hot Pot, auch als “Feuertopf” oder “chinesisches Fondue” bezeichnet, ist letztlich nichts anderes als ein großer, heißer Topf, der auf den Tisch gestellt wird. Dieser ist mit Brühe gefüllt, in die die Gäste dünn geschnittes Fleisch, Pilze, diverse Gemüse, Meeresfrüchte, etc. in rohem Zustand hineintun und warten, bis es gekocht ist. Anschließend holt man es wieder raus und dippt es in eine selber zusammengestellte Sosse. Der Topf wird parallel zum Essen aber immer wieder neu gefüllt, so dass er im Prinzip nie leer ist.

Gefrorenes Fleisch und Sosse

Es gibt verschiedene Arten des Hot Pots, was von der Art der Brühe und der Zutaten abhängig ist. Wir essen am liebsten die Variante “Yuanyangguo”. Dabei ist der Topf in der Mitte durch ein Mittelstück in zwei gleiche Hälften unterteilt. In die eine Seite wird eine rote, scharfe Brühe gefüllt, in die andere Seite eine helle, nicht scharfe Brühe. Beide Seiten werden gefüllt und jeder nimmt sich von den Hälften, wie es einem schmeckt. Diese Variante ist besonders gut, wenn Personen mit unterschiedlichen Geschmäckern an einem Tisch sitzen.

Hot Pot - gerade gefüllt und noch nicht am kochen

Der Hot Pot ist auch in anderen asiatischen Kulturen bekannt. Die dem Namen nach wohl bekannteste Varianten dürfte aus Japan kommen: “Shabu-Shabu”, was sehr ähnlich wie die chinesische Version ist und wohl über die japanischen Besatzungstruppen in der Mandschurei nach Japan gelangte. Die andere japanische Variante, die vom Namen nach bekannt sein könnte, ist “Sukiyaki”. Hierbei besteht die Brühe aus Sojasosse, Zucker und japanischen Reiswein und die Zutaten werden vor dem Brühen in gequirltes Ei getunkt.

Wer also nicht immer nur “Ente nach Hong-Kong-Art” oder “Rindfleisch Kungpao” zu sich nehmen möchte, dem sei der Hot Pot empfohlen. Speziell mit Freunden macht es Spaß, um den Topf zu sitzen. Zwei kleine Einschränkungen gibt es allerdings: bei den meisten Restaurants, zumindest die hier in Frankfurt, stellt man sich die Dinge, die im Topf versenkt werden sollen, selber auf Tellern an einem Buffet zusammen. Gerade wenn viele Esser versammelt sind, ist fast immer eine Person vom Tisch unterwegs und holt Nachschub. Das kann eine gewisse Unruhe ins Essen bringen, man kann es aber auch als Auflockerung ansehen.
Zweite Sache: da direkt am Tisch gekocht wird, sollte man nicht unbedingt seinen besten Zwirn anlegen, die Dämpfe des Essens ziehen in die Kleidung. Das kennt man vielleicht vom japanischen “Teppan Yaki”, wo man auch direkt am Herd sitzt und anschließend riecht, als hätte man selber gekocht – was beim Hot Pot ja sogar irgendwie stimmt.

Ich wünsche einen guten Appetit!

Lass die Sonne in Dein Herz

Hab Sonne im Herzen
ob’s stürmt oder schneit,
ob der Himmel voll Wolken,
die Erde voll Streit!

Teil des Gedichts “Hab Sonne im Herzen” von Cäsar Flaischlen

Endlich ist es draußen so, wie man es sich im Frühjahr wünscht. Meine Mutter würde sagen: ein Wetter wie Speck. Ein klarer Himmel, die Sonne scheint, es ist zwar nicht kalt, aber nur für den Anzug ohne Überjacke doch zu frisch. Und während andere auf den Berg steigen und sich Gedanken über die Zukunft der Rentenrepublik machen, besteige ich meine U-Bahn, um mich Richtung Innenstadt und letztlich in mein Büro rollen zu lassen, wo die Luft gefiltert, konditioniert, aber nicht frischer wird, wo wir unsere Lebenszeit über Emails gebeugt und in endlosen Meetings mit PowerPoint Präsentationen gegen den regelmäßigen Gehaltstransfer auf das Konto eintauschen.

Japanische Zieraprikose im Frühjahr

Und dann: die Mittagszeit und der Drang, den Himmel nicht mehr durch UV-strahlenoptimierende Fensterscheiben zu sehen. Mitnehmen von der Frische des nahenden Frühlings, was geht. Am Wochenende soll es wieder schlechter werden. Natürlich, schreit der Diener in mir, wenn ich Ausgang habe wird es unter Garantie regnen. Aber es werden noch andere schöne Tage dieses Jahr kommen, auch an den Wochenenden. Hoffentlich.

Frankfurt im Frühjahr

Strauch im Frühjahr

Kakao – ein Selbstversuch (Teil 2)

Aber kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend.
(Johann Wolfgang von Goethe)

In dieser Woche bin ich morgens irgendwie nicht aus dem Bett gekommen und es blieb keine Zeit für einen morgendlichen Kakao – elender Streß! Dennoch, das Volk der Kakaoliebhaber begehrt nach mehr und deshalb hier ein kleiner Test mit einem weiteren Vertreter der Supermarktfraktion. Hierbei handelt es sich um den Tütenkakao “Schocofix” der allseits bekannten Firma Teekanne.

Was diesen Test für mich interessant gemacht hat war die Tatsache, dass der Hersteller keine Empfehlung für Milch oder Wasser gegeben hat, es ist nach dem Packungshinweis beides möglich. Um zu sehen, wie das ganze schmeckt, habe ich zwei Tüten genommen und parallel verkostet. Beide wurden der Anleitung entsprechend mit 200 ml heißem Wasser bzw. 200 ml heißer Milch vermischt. Einzig beim Mischen habe ich beim Milchkakao einen kleinen Rührbesen genommen, während ich beim mit Wasser zubereiteten Kakao nur mit dem Löffel umgerührt habe (was einzig meiner Faulheit geschuldet ist).

Am Bild kann man schon deutlich einen optischen Unterschied ausmachen, der Milchkakao links, deutlich dunkler der mit Wasser angerührte Kakao rechts. Dieser erinnerte mich rein äußerlich eher an das traurige Zeugs, was aus manchem Schulautomaten tropft. Aber das mag eine persönliche Erinnerung in meinem Kopf sein, andere finden das dunkle Braun eventuell berauschend. Geschmacklich ist jedenfalls ein deutlicher Unterschied erkennbar. Mit Milch schmeckte er nach einem Milchkakao und war auch nicht zu süß. Das hätte leicht passieren können, da neben dem Kakaopulver (und dem obligatorischem Aromazusatz und einem Trennmittel) auch Magermilchpulver, Traubenzucker und Vollmilchpulver Bestandteil sind. Aus einer Erfahrung, die ich vor vielen Jahren mit einem anderen Produkt gemacht habe, kann der Kakao dann auch schon mal übersüsst sein. Das war hier aber nicht der Fall. Scheinbar ist der Anteil an Süßem auch nicht so hoch, schmeckte der Kakao mit Wasser angerührt doch deutlich stärker nach Kakao mit leicht bitterer Note. Ich habe jetzt keinen direkten Produktvergleich gemacht, aber ich meine, dass der Nestlé-Kakao “Chococino”, der ja ebenfalls mit Wasser angerührt wird, süßer schmeckt. Allerdings wird “Chococino” nur mit 110 ml Wasser zubereitet – man könnte hier experimentieren, wie “Schocofix” mit weniger Wasser schmeckt. Ich habe diesen Kreuztest nicht auf meiner Agenda, falls sich daran jemand versuchen möchte, kann das Ergbnis hier gerne veröffentlich werden.

Fazit: der Kunstgriff, dass ein Produkt mit Milch und Wasser zubereitet gleich schmeckt, klappte (natürlich) nicht. Allerdings wurde das auch nirgends versprochen, ich will hier nur Erwartungen dämpfen. Es ist ein deutlicher Geschmacksunterschied zwischen den beiden Zubereitungsarten zu schmecken. Auch optisch springt einem der Unterschied ins Gesicht. Allerdings: die Geschmäcker sind unterschiedlich und entsprechend werden beide Versionen ihren Liebhaber finden. Mir persönlich ist die Zubereitung mit Wasser zu bitter, ich würde “Schocofix” nur mit Milch trinken wollen. Da ich dann aber lieber zu anderen Sorten greife, wird “Schocofix” wohl weniger Einzug in meinen Kakaovorrat halten.

Kakao – ein Selbstversuch (Teil 1)

Das dünne Getränk und die vielen Fischmahlzeiten kühlen ihr Blut so übermäßig, dass sie in eine Art von männlicher Bleichsucht verfallen, und wenn sie dann heiraten, zeugen sie nichts wie Dirnen.
(aus: Fallstaff, William Shakespeare)

Wie bereits in meinem Kakao-Post angedroht, nehme ich mir in nächster Zeit einige Kakao-Sorten aus meinem Bestand vor und teste sie gegeneinander. Allerdings soll das hier nicht in einem “Olli sucht den Kakao-Superstar” enden, es wird keinen Gewinner geben, lediglich einige Eindrücke und Beschreibungen. Steckt also Eure Messer weg!

Wer ist einer der größten Kakao-Anbieter in den deutschen Supermärkten? Richtig, Nestlé. Bereits bei den typischen Frühstückskakaos gibt es mit “Nesquik” einen großen Vertreter im Rennen, der im Wettstreit mit “Kaba” die Kinder in zwei Konsumentenlager spaltet, so wie “Lego” und “Playmobil” das bei den Spielzeugen tun. “Nesquik” werde ich an anderer Stelle testen, er ist nicht vergessen.

Im Regal für die Erwachsenen finden wir in unserem Supermarkt oben auf dem Berg zwei Sorten von Nestlé, “Chococino”, der in Einzelbeuteln verkauft wird, und “Feinste heiße Schokolade”, den man mengenmäßig individuell anrührt. Ich habe für diesen Selbstversuch noch “Aero” hinzugenommen, ebenfalls ein Beutelkakao, der von Nestlé in Großbritannien vertrieben wird.

Zuerst habe ich die Beutelkakaos getestet, weil beide mit Wasser angerührt werden, die “Feinste heiße Schokolade” hingegen Milch als Basis empfiehlt.

“Chococino” kommt in recht großen 22g Beuteln daher. Bei “Aero” sind die Beutel deutlich schmaler, versprechen aber 24g. Die benötigte Wassermenge ist ebenfalls unterschiedlich: “Chococino” empfiehlt 110 ml heißes Wasser, “Aero” hingegen möchte in 200 ml Wasser aufgelöst werden. Entsprechend habe ich unterschiedlich große Tassen gewählt. Und ja, die kleine Tasse kommt vom Schweden um die Ecke. Beide Kakaos wurden mit gleich heißem Wasser mit einem kleinen Schneebesen angerührt.

Zum Geschmack: fangen wir mit “Aero” an. Wie man auf dem Bild eventuell sehen kann, zeichnet sich “Aero” durch eine dickliche cremige Schicht auf der Kakaooberfläche aus. Das ist so gewollt, wie man auf der Verpackung auch sieht. Beim “Chococino” ist diese Schicht deutlich dünner. Geschmacklich fällt “Aero” allerdings ein wenig ab. Eventuell liegt es an der Cremeschicht, die einem den Mund füllt und dem Kakao darunter wenig Chancen läßt. Jedenfalls schmeckt  “Chococino” mehr nach Kakao und ist daher von den beiden mein Favorit. Leider ist die Menge der zu trinkenden Flüssigkeit deutlich weniger, weil der Kakao weniger Wasser haben möchte.

Für die “Feinste heiße Schokolade” nimmt man 150 ml heiße oder kalte Milch und löst darin 3 gehäufte Kaffeelöffel von dem Pulver auf. So steht es auf der Verpackung. Die Ergebnismenge liegt somit in etwa zwischen den beiden oben getesteten Kakaos, was man oben auch auf dem Bild sehen kann. Der Vorteil an nicht vorportionierten Kakaos ist natürlich, dass man beliebig mehr Pulver mit mehr Milch auflösen kann und somit auch die große Tasse vollbekommt, wenn man das möchte. Geschmacklich liegt die “Feinste heiße Schokolade” in meinen Augen nochmals über dem “Chococino”. Der geschmackliche Vorteil liegt wohl darin, dass beim “Chococino” der Milchgeschmack vom beigefügten Magermilchpulver kommt, während man für die “Feinste heiße Schokolade” richtige Milch verwendet, was den Geschmack voller macht. Ich nutze übrigens für alle Versuche, wo Milch gefordert ist, die “Frische Vollmilch” von Schwälbchen mit 3,8% Fett. Dies soll keine Werbung sein, ich mag diese Milch aber recht gerne.

Meine Empfehlung hier ist recht klar: wer keine Milch hat und “mal eben schnell” einen kleinen Kakao zu sich nehmen will, der ist mit dem “Chococino” gut bedient (auch wenn ich persönlich nichts davon halte, Kakao mit Eile runterzukippen, das sollen lieber die Espresso-Trinker machen). Und ich weiß auch: einen Wasserkocher hat man schneller zur Hand als Milch aus einem Kühlschrank geholt und eine Möglichkeit, die Milch auch noch zu erhitzen, ist das nächste Problem. Gerade im Büroalltag. Aber es geht ja hier um Geschmack, nicht um Bequemlichkeit und Möglichkeiten. Und aus dieser Sicht bevorzuge ich aus dieser Testreihe die “Feinste heiße Schokolade”.