“Wann kommt endlich Swiss Miss Kakao in Deiner Serie?” Ja ja, ist ja schon gut. Hätte nicht gedacht, dass Kakaotrinker so drängeln können. Dabei ist es doch gerade das Schöne am Kakao, dass er aufgrund seines Aromas, seiner Milde und seiner Konsistenz eher zum Innehalten anregt als Kaffee, der bei vielen ja zum Aufputschmittel verkommen ist (“ich brauch mein Kaffö, sonst bin ich kein Mensch”) und eigentlich nicht wirklich genossen wird. Oder noch besser: Leute, die ihren Kaffee aus einem Pappbecher mit so einem winzigen Schlitz im Deckel trinken. Da ist der Schritt zum Wein aus Tetrapacks nicht mehr weit.

Nun denn, in diesem Beitrag geht es um Kakaos mit der Geschmacksvariante “French Vanilla” im Allgemeinen und um “Swiss Miss” im Speziellen. Kakaos mit Geschmack? In der Tat, es gibt zahlreiche Kakaos, die nicht nur nach Kakao schmecken, sondern mit Geschmacksnoten versehen sind. Der typische “Kakao aus dem Supermarkt” Trinker kennt das vielleicht nicht, denn da werden in der Regel ja nur 2-3 Sorten angeboten und die schmecken eben nur nach Kakao. “Mit Geschmack” kennen höchstens die Supermarkt-Eltern, die ihren Kindern “Kaba” kaufen. Das wird – neben Kakao – in den Geschmacksrichtungen “Vanille”, “Erdbeer”, “Himbeer” und “Banane” angeboten – ist dann nur leider gar kein Kakao, sondern einfach nur ein süßes Pulver mit Geschmack. Von dem es sogar mal eine Geschmacksversion “Waldmeister” gab, an die sich wahrscheinlich niemand mehr erinnert. Oder erinnern möchte.
Nichtsdestotrotz findet man zahlreiche Kakaos, die mit unterschiedlichen Zusatzgeschmäckern angeboten werden. Das geht los bei “Dunklem Kakao” über Nougat, Chili bis hin zur Zimt- und Mohnbeimischung. Allerdings weniger in Supermärkten, sondern in gut sortierten Schokoladengeschäften oder Online-Shops. Da ich mich in meiner Kakao-Serie aber immer noch auf dem Supermarkt-Niveau bewege, muss der geneigte Leser noch ein wenig warten, bis wir zu den “netten Sachen” kommen. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit “Swiss Miss”. Kennen Sie nicht? Kein Wunder, man findet es auch nicht so häufig in deutschen Supermärkten. Wenn, dann bei denen mit einer “American Corner”, wo man Produkte aus den USA findet. Und genau da findet man denn auch “Swiss Miss”, ein Produkt des Konzerns “ConAgra Foods”, der zahlreiche Lebensmittel-Produktserien in den USA vertreibt, die aber hier in Deutschland mehr oder weniger unbekannt sind.
Aus der Serie “Swiss Miss” gibt es verschiedene Arten und wohl sogar Pudding, den ich bislang aber noch nicht kennengelernt habe. Beim Kakao kann man grob “Milchschokolade”, “Dunkle Schokolade”, “French Vanilla” und “Marshmellows” unterscheiden. Daneben gibt es dann noch ungesüßte Varianten und mit Kalzium versetzte. Wer es braucht…
Ich konzentriere mich hier auf die Geschmacksvariante “French Vanilla”, weil ich den Geschmack von Vanille liebe. Zu “Marshmellows” sei nur angemerkt: wer neben seinem Kakao auch noch kleine weiche Dinger im Mund haben möchte, bitte sehr. Ich brauche das nicht unbedingt.
Damit der Test aber nicht ganz so einseitig wird, kam noch ein Konkurrenzprodukt dazu, was man ebenfalls nicht regulär in deutschen Supermärkten findet. Es handelt sich dabei um den Tütenkakao “Bellagio French Vanilla” der US-amerikanischen Firma “Caffe D’Amore”. Diesen findet man in der Regel nur in speziellen Einzelhandelsgeschäften. In Frankfurt kann man ihn in der Fressgass kaufen, bei Interesse einfach Email an mich.

Was ist eigentlich “French Vanilla”? Zur Vanille nur ein paar Kurzinfos: es gibt mehr als 100 Vanillearten, von der aber nur 15 Arten Kapseln mit Aroma ausbilden. Die wichtigsten drei sind Gewürzvanille (auch Bourbon-Vanille oder mexikanische Vanille genannt), Tahiti-Vanille und Guadeloupe-Vanille. Im Bereich der Lebensmittel spielt dabei die Gewürzvanille die mit Abstand größte Rolle.
“French Vanilla” ist somit keine Vanille-Sorte. Es ist die Bezeichnung für eine spezielle Art der Vanille-Zubereitung. Der Unterschied zur normalen Vanille-Zubereitung (z.B. im Bereich der Süßspeisen und Eis) ist, dass bei der “French Vanilla” noch Eigelb bzw. “Englische Creme” (Eigelb-Zucker-Milch) dazugeben wird. Deshalb schmeckt “French Vanilla” auch reichhalter und voller, obwohl beides auf der gleichen Vanilleart basiert.
Kommen wir nun zum Test. Teststellung 1 behandelt nur das Produkt “Swiss Miss French Vanilla”. Auf der Verpackung steht nämlich, dass man das Pulver mit 6 oz. Wasser oder Milch zubereiten soll. Heißt für den Selbstversuch: 2 Tassen holen und 2 Kakaobeutel aufreißen. 6 oz. sind umgerechnet ca. 177 ml Flüssigkeit, also nehmen wir den Meßbecher zur Hand und füllen eine Tasse mit 180 ml heißem Wasser und die andere mit 180 ml heißer Milch.

Auf dem ersten Blick ist kaum ein Unterschied auszumachen. Bei beiden Varianten bildet sich eine ordentliche Schaumoberfläche im gleichen Farbton. Geschmacklich merkt man dann aber schon einen Unterschied: das Pulver hat eine recht helle Farbe, es ist also ordentlich Milchpulver (und wahrscheinlich Zucker) enthalten. Dadurch schmeckt die Variante mit Wasser süß, aber noch nicht zu süß. Bei der Milch hingegen ist das ganze dann schon grenzwertig süß, eigentlich schon zuviel des Guten. Den Unterschied sieht man auch, wenn man die Schaumkrone wegtrinkt: die Variante mit Wasser (in der rechten Tasse) ist deutlich dunkler. Daher meine Empfehlung: mit Wasser anrühren. Was mir beim Produkt “Schocofix” zu bitter wurde, ist hier genau meine Variante der Wahl.

Um den Geschmack zu beurteilen greife ich dann zur Teststellung 2: hierbei treten “Swiss Miss French Vanilla” und “Bellagio French Vanille” gegeneinander an. Beides US-Produkte, beide rühre ich mit 6 oz. heißem Wasser an. Beim Farbton des Pulvers kann man bereits einen Unterschied sehen und das wirkt sich dann auch auf den Kakao aus: “Bellagio French Vanilla” (links in der gelben Tasse) ist dunkler und nicht ganz so süß, für Kaffeetrinker aber wahrscheinlich immer noch eine Zuckerbombe. Was den eigentlichen Geschmack angeht, so unterscheiden sich beide Kakaos schon voneinander. Man merkt aber beiden Kakaos an, dass sie Industrieprodukte sind und letzlich ihren Geschmack aus künstlichen Aromastoffen beziehen. Entsprechend lesen sich auch die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen. Einen Geschmack, der in Richtung Vanille geht, findet man bei beiden. Das drumherum ist aber unterschiedlich.

Das Interessante: als ich beide Kakaos abwechselnd getestet habe, schienen sich die Aromen gegenseitig zu beeinflussen, denn so richtig mochte ich beim Test keinen von den beiden Kakaos, obwohl ich sie ja vorab schon kannte und da als “gar nicht so schlecht” beurteilt habe. Vielleicht ist es die konzentrierte Süße beider Sorten zusammen getestet, die ein “zuviel” produziert hat. Unabhängig von diesem Test muss ich sagen, dass ich beide Kakaosorten eher in das Fach “Ab und zu” packen würde. Es trifft sich daher schon gut, dass beide Produkte in Deutschland in Einzelbeuteln verkauft werden und man nicht eine große Verpackung aufmachen muss. Täglich einen “French Vanilla” – das wäre wie täglich einen Wein aus dem Tetrapack