Manche Fans sind die schlimmsten

Ich betreibe neben diesem Blog ja auch schon seit vielen Jahren die Webseite Kitaro House. Gerade heute hatte ich eine kleine Diskussion mit einem Kitaro-Fan, der mir auf die Nerven ging. Hintergrund war, dass er bei Youtube ein Lied von Kitaro eingestellt und in der Beschreibung einen Text von meiner Seite reinkopiert hatte. Ich hätte ja auch nichts dagegen, allerdings wäre ich gerne vorab gefragt worden oder wenigstens einen Link auf meine Seite hätte er ja einbauen können. War aber beides nicht. Jedenfalls habe ich ihn angeschrieben und darauf hingewiesen. Er stellte sich erst dumm an, wusste angeblich nicht, wie er mich hätte kontaktieren können (und Links auf Webseiten konnte er wohl auch nicht machen). Nachdem ich diese Einwände weggewischt hatte, versuchte von sich abzulenken, in dem er mich kritisierte: ich würde auf meiner Webseite negative Dinge über Lieder von Kitaro schreiben. Das wäre nicht so gut. Man solle doch besser nur schreiben, wenn man Dinge mag und die negativen Sachen weglassen, weil die Leute eben nur die positiven Dinge aufnehmen sollten -> besser hätte es ein Vertreter von Kitaro’s Plattenfirma auch nicht schreiben können.
Und überhaupt, Kitaro wäre für manche Leute ein Held (klar, Helden kritisiert man nicht) und ich solle doch die Alben tiefergehend diskutieren – so könnte meine Webseite auch besser werden. Ja, sicher. Meine Kitaro-Page besteht in ihren Ursprüngen seit 1998 und ist die umfangreichste private Webseite über Kitaro. Viele Wikipedia-Einträge über Kitaro bestanden am Anfang fast nur aus kopierten Absätzen von meiner Webseite. Aber ich muss es anders machen, weil es einem Typen, dessen Hauptleistung im unautorisierten Kopieren von fremden Inhalten liegt, so nicht gefällt.
Manchmal gehen mir solche Sachen auf den Sack und ich würde am liebsten einfach alles löschen. Dann wiederum sage ich mir, dass es ja auch andere gibt. Die meisten sagen zwar nichts, sondern konsumieren nur. Aber ab und zu (alle paar Jahre mal) macht sich jemand auf und schreibt ein paar nette Zeilen und dann freut man sich und hat wieder genug Energie getankt, um auch weiterhin das ganze am Laufen zu halten.

Wie im Nebelwald – nur noch schlimmer

Es gibt Menschen, die halten die Evolution für Unsinn. Menschen sind keine Tiere, sondern irgendwas anderes, höheres. Dabei muss man nur mal um sich gucken und stellt fest, dass wir uns keinen Deut besser benehmen als Affen im Nebelwald: sei es in der Politik, wo sich Alpha-Männchen auf die Brust trommeln und Leitfiguren sein wollen; sei es in Firmen, wo sich manche Chefs die Königreiche abstecken und Budget-Runden zu Wegbeiß-Wettbewerben verkommen; sei es in der Nachbarschaft, wo wir unsere Reviere markieren und misstrauisch jeden Fremden beäugen, der vor unserem Haus auf- und abgeht. Überall finden sich Verhaltensweisen, wie wir sie auch bei Tieren finden.
Was sagt das nun über uns aus? Zum einen, dass wir uns maßlos überschätzen. Zum anderen, dass wir nicht gerade schlau sind. Denn immerhin können wir über unsere Situation nachdenken und daraus Konsequenzen ableiten. Zumindest sind wir geistig dazu in der Lage. Tun wir es denn auch? In der Regel nur bis zum nächsten Tal, was danach kommt, interessiert uns nicht mehr. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich überall auf der Welt Alpha-Männchen um Dinge streiten, die immer nur bestimmte Täler betreffen, aber nie die großen Dinge im Fokus haben? Präsidenten und Militärs streiten sich um lokalen Dinge, aber wie man z.B. das globale Überleben der Spezies Mensch im Falle eines Supervulkan-Ausbruchs sichern könnte oder was zu tun wäre, wenn ein großer Meteorit Kurs auf die Erde nimmt, das überlassen wir lieber den Fantasien von Drehbuchautoren. Dabei machen globale Katastrophen nicht vor Ländergrenzen halt, sondern sie betreffen uns alle. Aber wahrscheinlich würden wir selbst nicht dann zusammenarbeiten, sondern würden uns eher gegenseitig erschießen. Hauptsache, die anderen bekommen nicht mehr ab. Futterneid bis zur Gefährdung der eigenen Art. Traurig ist das. Aber so ist das Tier Mensch nun mal.

Baum – Winter – Sonne

Baum_Winter_Sonne

Immer diese Vorsätze…

Ich wünsche einen guten Rutsch ins Jahr 2014 gehabt zu haben. Und, schon irgendwelche Vorsätze gefasst? Nimmt man sich meistens vor und häufig bleiben sie dann doch auf der Strecke. Warum eigentlich? Wahrscheinlich nimmt man sich Dinge vor, von deren Wichtigkeit man im Grund überzeugt ist, allerdings findet man sie irgendwie unangenehm, sonst hätte man sie ja schon erledigt. Und genau aus diesem Grund werden sie dann auch in diesem Jahr nicht erledigt. Merke: die guten Vorsätze alleine bringen nichts, wenn man sich nicht selber rankriegt und sie umsetzt. Oder man bittet den Partner oder einen guten Freund, einen doch bitte immer mal wieder freundlich zu erinnern.

In diesem Sinne habe ich mir auch was vorgenommen – hoffen wir mal, dass es nicht liegen bleibt.

Das Leben – Sinn oder Nicht-Sinn?

Viel ist bereits über den Sinn des Lebens geschrieben worden und wenn man sich mit seinem eigenen Leben auseinandersetzt, dann rennt man dieser Frage irgendwann zwangsläufig über den Weg.
Nun ist es so, dass in unserem Haushalt neben meiner Frau und mir auch noch zwei Kindlein ihren Platz haben. Das ältere Exemplar, erst vor kurzem 9 Jahre alt geworden, stellte vor kurzem diese Frage: “warum sind wir eigentlich auf der Welt? Was ist der Sinn?”. Sie hatte schon in früheren Jahren mit ähnlichen Formulierungen das Leben hinterfragt, was mich doch irgendwie stolz macht. Es gibt die Hoffnung, dass hier ein Mensch heranreift, ein ganzer Mensch und keine Kopie.
Da Versuche von meiner Seite, eine etwas breitete Diskussion zu führen, an fehlendem Wissen scheiterten (man darf von dem Alter einfach noch nicht zu viel erwarten), stellte ich die Frage, was ihrer Meinung nach denn der Sinn des Lebens sei? Die klare Antwort “Es gibt keinen Sinn”. Religiöse Eltern wären vielleicht entsetzt, würden zu irgendeinem Buch greifen und daraus zitieren, um dem Kind seine kleine Rolle in den unerklärlichen Masterplänen irgendwelcher Gottheiten näherzubringen. Andere würden vielleicht eine frühkindliche Depression diagnostizieren oder versuchen, mit Ratschlägen wie “du musst glücklich werden” oder “Arbeit wird Dir Sinn geben” die vermeintliche Leere zu füllen. Aber hilft das wirklich? Versuchen wir dann nicht einfach, unsere eigenen Vorstellungen vom Leben in das kindliche Gefäß zu kippen? Muss nicht das Kind das Leben selber erfahren und seinen eigenen Weg gehen, egal ob wir diesen Weg dann gut finden oder nicht? Jedenfalls beglückwünschte ich sie zu ihrer Meinung und sagte ihr: “wenn Deiner Meinung nach kein Sinn vorhanden ist, dann kannst Du ihn Dir ja selber geben. Das ist doch toll!”. Das sehe ich wirklich so, wie viele übernehmen einfach die Dinge, die ihnen vorgegeben werden und hinterfragen diese nie? Gehört es nicht auch zur Lebenskunst, selber zu einer Meinung zu kommen? Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man nicht zu einer völlig neuen Erkenntnis des Lebens gelangt. Aber den Weg dahin hat man selber beschritten und das ist doch schon mehr, als viele Menschen überhaupt in ihrem Leben erreichen.

Sonnenaufgang

Manchmal muss man sich anhören, dass man in der großen Stadt ja überhaupt keinen Eindruck mehr von der Natur bekommt. Und in gewisser Weise stimmt das auch. Häufig ist der Nachthimmel zu hell, um Sterne sehen zu können, Gebäude versperren den Ausblick auf die Umgebung und die Flüsse sind meistens auch nicht mehr das, was sie mal im Quellbereich waren. Manchmal aber, und diese Momente muss man aufsaugen, wenn sie kommen, da kann man auch in der Stadt die Großartigkeit der Natur bewundern. Bei uns ist es meistens der Himmel, der einen verzaubern kann. Heute morgen war es mal wieder soweit:

Sonnenaufgang3

Ich koche immer mit Wein…

Manchmal stößt man im Internet durch Zufall auf Dinge, die einem direkt gefallen. Das war letztens bei mir und diesem Blechschild der Fall, ich musste lachen und so fand es seinen Weg in unser Haus. Als wenn die Hütte nicht schon voll genug wäre…

cook_with_wine

Fans und andere Verrückte

Ich bin ein Kind der 70er Jahre, aufgewachsen mit LEGO, den “Drei Fragezeichen” (die Bücher und die CDs sammle ich heute noch), Glücksmomenten, wenn im ZDF-Ferienprogramm “Captain Future” lief – und natürlich gab es da ab und zu auch noch die “5 Freunde” von Enid Blyton. Nun sind die originalen Bücher ja schon etwas älter (also die Teile 1-21, der Rest stammt von anderen Autoren), aber es gab die TV-Serie aus dem Jahr 1978, die mich beeindruckte. Ständig dunkle Höhlen, alte Keller und immer irgendwelche Räuber und Entführer, die es zu fangen galt. Bei den “Drei Fragezeichen” gab es das natürlich auch, aber die Sachen spielten sich mangels Verfilmung alle im Kopf ab. Da es damals keine Kinderkanäle gab und die Serien nur recht selten gezeigt wurden, war das schon etwas Besonderes.

Jedenfalls hatte ich die Blu Ray Box mit allen Folgen schon seit einiger Zeit im Blick, aber nie bestellt. Gestern Nacht suchte ich noch nach ein paar zusätzlichen Infos zur Serie und stieß dabei zufällig auf ein Fan-Forum.

Nun sind mir Freaks bekannt, im realen Leben und dem Leben im Internet. Einen Internetzugang habe ich bereits seit ca. 1995 und davor habe ich mich im “realen” Leben auch mit nicht ganz alltäglichen Themen beschäftigt. Was ich immer wieder interessant finde ist die Tatsache, dass sich wildfremde Menschen aufschwingen, Deutungshoheit über Dinge und Themen zu beanspruchen, die sie selber nie erlebt haben. Konkret ging es hierbei um die Schauspielerin Michele Gallagher, die in der Fernsehserie “5 Freunde” die Figur “George Kirrin” spielte. Es gibt Gerüchte, nach denen Michele Gallagher Ende der 1990er Jahre einen schweren Unfall hatte und später Selbstmord verübte. Das wäre zwar tragisch, aber erstmal nicht unbedingt ungewöhnlich. Doch interessanterweise gibt es eine ganze Menge Menschen, die den Tod einer ihnen eigentlich völlig unbekannten Person nicht akzeptieren können. Da wird herumspekuliert, Details von allen Seiten beleuchtet, quasi “amtliche Dokumente” verlangt, manche wittern sogar eine Verschwörung. Scharf fand ich auch die Feststellung eines Fans, dass der Motorradunfall von Michele Gallagher ja wirklich zu “George” passen würde, weil die ja auch wenig Angst hatte und sogar mit BMX-Rädern unterwegs war…

Da kann ich Schauspieler verstehen, die Abstand von ihren Fans halten. Denn wenn man nicht versteht, dass ein Schauspieler eine erdachte Rolle spielt und diese Rolle normalerweise nichts mit dem echten Leben des Schauspielers zu tun hat, dann finde ich das schon bedenklich. Ich hätte so etwas auch eigentlich nur für große Serien vermutet (Star Trek, Dallas), aber dass Menschen so an einer Kinderserie hängen, hätte ich nicht für wahrscheinlich gehalten. Nun gut, in der Kindheit wird man stark geprägt und bei manchen geht die Prägung wohl etwas zu weit  :-)

Zum Glück gucken meine beiden Monster hauptsächlich gezeichnete Serien, da braucht man wenigstens nicht zu befürchten, dass sich die beiden später mal zu viele Gedenken über das Privatleben der Schauspieler machen.

One year ago… ein Jahr wie eine Ewigkeit (Falco)

Mein letzter Eintrag an dieser Stelle liegt nun schon 1 Jahr zurück. In einem Menschenleben ist das eine doch recht lange Zeit, immerhin umfasst sie einen ganzen Jahreszeitenzyklus, Geburtstage in der Familie, Änderungen am Arbeitsplatz, usw. Daher könnte man sich fragen, warum in diesem Jahr kein Eintrag an dieser Stelle stattgefunden hat. Da muss doch irgendwas passiert sein. Die Antwort ist eigentlich recht einfach: ich fand kaum Vorgänge, die mir einen Bericht Wert gewesen wären. Nun kann man sich darüber streiten und sagen, ob Dinge wertvoll sind oder nicht solle doch besser der geneigte Leser entscheiden. Allerdings findet die Vorabauswahl ja in meinem Kopf statt und da ich eher zur Selbstkritik tendiere, halte ich im Zweifel lieber meine Klappe.

Dazu kommt die übliche Entschuldigung: die wenige Zeit, die man nach Ablauf des Arbeitsalltags noch hat und die dann aufgeteilt werden muss auf verschiedenste Dinge wie die Bespaßung und Zähmung der beiden Monster-Kinder, der Garten, Reparaturen im Haus (z.B. haben sich letztens fast zeitgleich zwei Monitore verabschiedet, wohl ein bekannter Fehler der Hintergrundbeleuchtung, da bei eBay ein Reparaturkit mit einigen elektronischen Bauteilen angeboten wird) – und dann ist da ja noch die Ehefrau, man sollte sie nicht vergessen. Im übrigen, so meine bisherige Denkweise, taugt unser Durchschnittsleben doch wohl weniger als Inhalt für “Lebenskunst”. Genau betrachtet ist das natürlich Blödsinn, denn was ist ein “Durchschnittsleben” in der heutigen Zeit? Die alten überlieferten Betrachtungen und Ansichten, wie ein Leben sein sollte, taugen immer weniger. Sie passen vielleicht noch in gewissen Kreisen, wo die Anpassung an die moderne Arbeitswelt nicht unbedingt notwendig ist. Sei es, dass man ausreichend Geld hat, sei es, dass man gar kein Geld und keine Perspektive hat. Oder wo andere Zwänge oder Weltsichten Menschen dazu bringen, sich von der Arbeitswelt abzukoppeln.

Wer aber den Notwendigkeiten des halbwegs durchschnittlichen Standardbürgers unterliegt und damit regelmäßige Überweisungen an den Vermieter oder die kreditgebende Bank tätigen muss, der ist vom Arbeitsmarkt abhängig. Und mit den von dort stammenden Anforderungen nach Flexibilität und Globalität im Arbeitsleben, die viele aus der Mittelschicht treffen, bilden sich wieder verstärkt Wünsche nach Vertrauen und Halt im Privaten zur Kompensation – die wiederum aber häufig genug in Konflikt geraten mit den Wunschbildern von Freiheit, Reichtum, permanenten Konsum bei Abwesenheit von jeglicher Verantwortung für das eigene Handeln. In diesem Spannungsfeld können eventuell Webseiten wie diese zeigen, wie andere ihr Leben meistern. Mit dieser Hoffnung im Kopf und einem Liedchen auf den Lippen sollten doch mal wieder mehr Beiträge in der Zukunft machbar sein. Denke ich.

Hitze und warum Sahneeistorte dagegen hilft

Wenn ich so auf die Auflistung meiner letzten Beiträge gucke, dann trübt sich mein Blick: 1 Beitrag im Juni, 1 im Juli. Und jetzt haben wir schon Ende August und dies ist der erste in diesem Monat. Der Niedergang des Blogs? Das eher nicht. Es gäbe genug, was niedergeschrieben verdienen würde. Zum Beispiel, dass es derzeit in Frankfurt extrem heiß ist. Ein prima Gegenmittel findet sich in der geeisten Sahnetorte meiner besseren Hälfte.

Wer jetzt neidisch guckt – Pech gehabt. Die Kalorien sind für uns bestimmt. Das Ding ist voll Sahne und Zucker und wird tatsächlich eingefroren. Es ähnelt in der Konsistenz der Bremer Schneemustorte (wer die nicht kennt: köstlich! Gibt es z.B. in der Raths-Konditiorei in Bremen), schmeckt aber natürlich anders.

Am besten läßt man so eine Eistorte leicht antauen, dann zergeht das Teil auf der Zunge. Und das beste – es kühlt natürlich. So läßt die Hitze prima ertragen. Eine andere Methode: Grillen und dazu kalte Getränke, am besten mit Freunden.