Kommunikation ist nur unter Gleichen möglich

Mir geht beim Broterwerb mal wieder einiges auf den Sack. Aber ich will keine Details nennen, man weiß nie, wer hier mitliest. Daher möchte ich lieber an das gute alte SNAFU-Prinzip erinnern. Die Abkürzung, die schon seit dem 2. Weltkrieg existiert, lautet: “Situation normal, all fucked up”. Zum ersten Mal davon gelesen hatte ich, wie wahrscheinlich viele andere auch, in der Triologie “Illuminatus!”. In Wikipedia wird die Bedeutung des Prinzips im Roman sehr schön so zusammengefasst:

In der Romantrilogie Illuminatus! von Robert Shea und Robert Anton Wilson spielt das sogenannte SNAFU-Prinzip eine zentrale Rolle, welches besagt, dass innerhalb von Hierarchien Vorgesetzte und Untergebene einander wichtige Informationen gezielt vorenthalten, wodurch dann früher oder später ein totales Chaos entsteht (Situation Normal, All Fucked Up). Die Absicht der Vorgesetzten ist es dabei, einen Informationsvorsprung vor ihren Untergebenen zu behalten, während die Untergebenen, um Schwierigkeiten zu vermeiden, ihre eigenen Fehler und teilweise auch ihre Inkompetenz verschleiern wollen.

Quelle: Wikipedia

Robert Anton Wilson fasste es so zusammen: “Accurate communication is only possible between equals”.

Im Internet findet man einen netten Text, der zwar eigentlich nichts mit dem SNAFU-Prinzip zu tun hat, aber recht gut die Kommunikation zwischen den Ebenen erklärt. Und wer in größeren Firmen arbeitet, kennt genau das: schlechte Ergebnisse werden nach oben immer weiter geschönt und die Spitze bekommt von den Problemen unten wenig mit (worüber der eine oder andere sicherlich nicht unglücklich ist). Wer die Probleme kurzfristig ausbaden darf, sollte klar sein. Hier mal eine Fassung des Texts, davon gibt es verschiedene Variationen:

Am Anfang war der Plan

Und dann kamen die Annahmen
Und die Annahmen waren ohne Form
Und der Plan war ohne Substanz

Und Dunkelheit war auf den Gesichtern der Angestellten
Und sie sprachen unter sich und sagten:
“Das ist alles Scheiße und es stinkt!”

Und sie gingen zu ihren Gruppenleitern und sagten:
“Das ist ein Haufen Mist und wir können mit dem Gestank nicht leben”

Und die Gruppenleiter gingen zu ihren Abteilungsleitern und sagten:
“Es ist eine Ladung voller Exkremente, und es riecht sehr stark, so dass niemand es ertragen kann.”

Und die Abteilungsleiter gingen zu ihren Direktoren und sagten:
“Es ist wie eine Ladung von Düngemitteln und keiner kann seine Strenge ertragen.”

Und die Direktoren sprachen unter sich und sagten:
“Es enthält wohl das, was Blumenwachstum anregt und es ist sehr mächtig.”

Und die Direktoren gingen zum Vorstand und sagten
“Dieser neue Plan wird aktiv das Wachstum und die Kraft unserer Firma mit sehr wirkungsvollen Effekten fördern.”

Und der Vorstand schaute auf den Plan und sah, dass er gut war.

Und der Plan wurde die Vorgabe.
Und schon war die Kacke am Dampfen.

The Little Fete

I take a bottle of wine and
I go to drink it among the flowers

We are allways three…
counting my shadow and
my friend the shimmering moon

Happily the moon knows nothing of drinking,
and my shadow is never thirsty

When I sing, the moon listens to me in silence.
When I dance, my shadow dances too.

After all festivities the guests must depart.
This sadness I do not know. When I go home,
the moon goes with me and my shadow follows me.

Aus: The little Fete von Vangelis, Album “China”.
Der Text basiert auf dem Gedicht “Gelage im Mondschein” von Lǐ Bái.

Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!

Bei gutem Essen möchte man am liebsten platzen, bei schlechtem Essen am liebsten hungern.
(angeblich ein chinesisches Sprichwort, kennt aber nicht jeder)

Meine Frau wollte unbedingt eine Küchenmaschine haben. Sie hatte letztens Jiǎozi (餃子) machen wollen und obwohl sie die schon mal gut ohne elektrischen Helferlein hinbekommen hatte, war der Teig dieses Mal zu dick und sie nicht zufrieden. Und eine unzufriedene Frau im Haus ist ganz schlecht. Also hat sie nun eine Küchenmaschine, die ihr das Teigkneten abnimmt. Und ein erneuter Versuch, der schon mal besser als der Vorgänger war.

Also gab es am letzten Samstag

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gedämpfte Teigtaschen (Jiǎozi) mit Schweinefleisch/Weißkohl-Füllung und

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eine wunderbare selbstgemachte sauer-scharfe Suppe mit Senfgemüse, Pilzen und Tofu (mein Fehler: ich habe die Suppe vor dem Fotografieren nicht umgerührt, daher sieht man fast nur Tofu und den Rest nicht).

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Da noch Teig und Fleisch übrig war, wurde noch ein gefüllter Fladen probiert. Allerdings war der Teig eindeutig zu dick. In Sojasosse getunkt war er trotzdem essbar, für einen ersten Versuch also gar nicht mal so schlecht.

Da meine Frau recht viel Jiǎozi gemacht hatte (kann man gut einfrieren, zuviel gibt es also eigentlich nicht) und ich nichts für den Sonntag geplant hatte, gab es einen Tag später

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gebratene Jiǎozi und

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gebratenes Rindfleisch mit Zwiebeln in Sojasosse. Zusätzlich zum Kuchen und den Mini-Madeleines mit Earl-Grey-Aroma vom Nachmittag ein echter Anschlag auf die Linie.

Schwarz und Blau auf dem Teller

Die japanische Küche gilt nicht nur als eine der besten der Welt. Dort gelten Sauberkeit, das exakte Arbeiten und Präzision und besonders der unverfälschte Geschmack der Speisen als wichtigste Zutaten der großen Küche. Aber man experimentiert auch und so ist es kein Wunder, wenn man dort ungewöhnliche Dinge antrifft.

Wie wäre es mit Nudeln in blauer Sosse, einem leckeren blauen Burger oder vielleicht sogar das ganze in schwarz wie die Nacht?